Rapid Application Development

Die "schnelle Anwendungsentwicklung" ist zurückzuführen auf eine Idee aus den 1980er Jahren von Brian Gallagher, Alex Balchin, Barry Boehm und Scott Shultz, um die in den 1970er Jahren entwickelten, schwerfälligen Software-Entwicklungsmethoden flexibler zu gestalten.
 
Die Bezeichnung Rapid Application Development (RAD) wurde dabei erst Anfang der 1990er Jahre populär. James Martin entwickelte eine Methode, die auf iterative Entwicklung und Erstellung von Prototypen basierte, während IBM im Jahr 1991 ein Buch mit dem Namen "Rapid Application Development" veröffentlichte.

Der RAD-Prozess (twinklesprings)

Wie in der Abbildung dargestellt, startet der Prozess mit einer Besprechung aller Beteiligten, um eine grobe Liste der Grundanforderungen zu erstellen und diese zu priorisieren. Sowohl Entwickler als auch Auftraggeber dürfen in dieser ersten Besprechung miteinander Dialoge führen, im Gegensatz zu weiteren Besprechungen. Aufbauend auf der Liste der Grundanforderungen entwerfen die Entwickler nach Relevanz der Prioritäten so schnell wie möglich einen lauffähigen Prototyp der Software. Dabei können sie einen "Software-Baukasten" verwenden, mit dem die wichtigsten Grundanforderungen schnell zusammengefügt werden können.
 
Nach Fertigstellung des ersten Prototyps erfolgt ein Test durch den Auftraggeber. Er ergänzt weitere Anforderungen und verfeinert bereits bestehende Anforderungen. In einer weiteren Besprechung teilt der Auftragnehmer dem Auftraggeber erweiterte/neue Anforderungen mit. Dabei soll diese Besprechung eher als Monolog des Auftragnehmers durchgeführt werden.
 
Die neuen Anforderungen werden in einem kurzen Entwicklungszyklus (zwischen einem Tag und drei Wochen) optimiert und der Software hinzugefügt. Diese Iteration wird so lange wiederholt, bis die Software mit allen gewünschten Eigenschaften vom Kunden vorliegt. Durch dieses Vorgehen entstehen in jeder Iteration neue, verbesserte Versionen der Software. Dadurch, dass nur minimal im Voraus geplant wird und das Planen parallel zur Entwicklung geschieht, verspricht RAD eine einsatzbereite Software in weniger als 120 Tagen.

Bewertung BQI Research

RAD deckt die Belange der Implementierung (IMP) voll ab, gut ist die Methode in den Bereichen Test (T) und Integration/Einführung (INT). Mittlere bis schwache Abdeckung gibt es fürs Requirements-Management (RM), Qualitäts-Management (QM), Projekt-Management (PM) und für die Wartung (W). Systemdesign/technische Konzeption (SD) und Betrieb (B) sind nicht berücksichtigt.

  • Bekanntheitsgrad und Verbreitung sind mittel.
  • Spezielle Tool-Unterstützung ist vorhanden.
  • Die Methode ist nicht normiert/standardisiert oder zertifiziert.
  • Keine Lizenzierung erforderlich.
  • Kein Support vorhanden.

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